Eco Village China: Algen als nachhaltiger Baustoff

Nicht nur Interface hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Klimawandel entgegenzuwirken. Auch andere Unternehmen entwickeln bereits alternative Materialien, die zu einem gesünderen Klima beitragen. Denn nur gemeinsam kann eine Veränderung herbeigeführt werden! Ein Beispiel dafür ist das Forschungsprojekt der Bartlett School of Architecture, für das eine Studentengruppe die Verwendung von Algen als Baustoff untersucht hat.

Algen stellen eine nachhaltige und unbeschränkt verfügbare Ressource dar, werden als Lebensmittel angebaut, als Biokraftstoff und Luftfilter verwendet und kommen teilweise sogar als Nahrungsergänzungsmittel zum Einsatz. Außerdem wandeln Algen dreimal mehr CO2 um als Nutzpflanzen. Jedoch gibt es auch Arten, die schädlich für die Natur sind, wie die grüne Makroalge. Um diesem Problem entgegenzuwirken, möchten die Studenten Bryan Law, Dinel Mao und Jie Song diese Alge in ein nützliches Baumaterial verwandeln. Dafür führten sie zahlreiche Materialtests durch und stellten anschließend ein leichtes, aber stabiles Bauteil her – gefertigt aus komprimierten und ausgehärteten grünen Makroalgen sowie Lehm.

Auf dieser Grundlage entwarfen sie ein sogenanntes Eco Village, das in einer bestehenden Dorfgemeinde in Ningbo, China, angesiedelt werden und als Verbindungsglied zwischen den Dörfern innerhalb der Gemeinde dienen soll. In dieser Region kommt die verwendete Algenart sehr häufig vor und kann somit auf alternative Weise genutzt werden. Der Lehm übernimmt zudem die Rolle eines natürlichen Aggregats und wird genauso gewonnen, wie der für den Bau der bestehenden Häuser. Dadurch wird die architektonische Sprache auch im geplanten Öko-Dorf beibehalten. Die Herstellung der Algen- und Lehmkomponenten wird vor Ort durchgeführt und ermöglicht somit eine Individualisierbarkeit für die Bewohner.

Während dieses Forschungsprojekt Algen als natürliche Ressource verwendet, nutzt Interface CO2 als wertvollen Baustein: Die Rückenkonstruktion CQuest™Bio ist PVC- und bitumenfrei und wird aus biobasierten Materialien und recycelten Füllstoffen gefertigt. Die darin enthaltenen Materialien sind für sich betrachtet CO2-negativ und reduzieren unseren CO2-Fußabdruck maßgeblich.

Die Wohneinheiten des Eco Village lassen sich individuell zusammenstellen. © Bryan Law, Dinel Mao, Jie Song

Für Natur und Meeresbewohner sind die grünen Makroalgen schädlich. © Bryan Law, Dinel Mao, Jie Song

Dank intensiver Forschung und vielen Tests konnten die Studenten Algen in ein nachhaltiges Baumaterial verwandeln. © Bryan Law, Dinel Mao, Jie Song

 

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