Eine globale Antwort auf den Klimanotstand – Reflexionen zum fünften Jahrestag des Pariser Abkommens

„Es gibt keinen Impfstoff für den Planeten“, erinnerte UN-Generalsekretär António Guterres bei seiner Rede zum Zustand des Planeten am 2. Dezember 2020. Und doch war es angesichts der Zunahme extremer Wetterereignisse und des steigenden Risikos eines Biodiversitätsverlustes noch nie so dringend, weltweite Abhilfemaßnahmen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung zu finden. Im Dezember wurde der fünfte Jahrestag des Pariser Abkommens gefeiert, in dem das Ziel vereinbart wurde, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, möglichst sogar auf unter 1,5 Grad. Nach jüngsten Daten der Weltorganisation für Meteorologie sind wir jedoch noch nicht auf dem richtigen Kurs, da die Kohlenstoffdioxidwerte (CO2) weiterhin auf Rekordniveau bleiben. Guterres forderte alle auf, einen entschlossenen kollektiven und individuellen Aktionsplan zu verabschieden, um innerhalb von 30 Jahren CO2-Neutralität zu erreichen, während wir gleichzeitig die globale Finanzwirtschaft mit dem Pariser Abkommen in Einklang bringen und unser Handeln an das Klima anpassen.

Was ist zu beachten, wenn man einen ambitionierten Plan zur Erreichung der CO2-Neutralität erarbeitet und wo fängt man am besten an?

Für die gebaute Umwelt ist insbesondere die Lebenszyklusanalyse der erste Schritt, um die Emissionen einer Aktivität zu messen und zu verstehen, an welchen Stellen gehandelt werden muss, da Treibhausgase (THG) die Hauptursache für die globale Erwärmung sind. Sobald Ergebnisse vorliegen, sollte ein Aktionsplan entwickelt werden, der unseren Fußabdruck verringert und Neutralität anstrebt. Es geht darum, Lösungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen zu finden. Bei unvermeidbaren Emissionen sollten das Bewusstsein geschärft und Stakeholder (Lieferanten, Installateure, Nutzer usw.) unterstützt sowie in die Verwirklichung unseres Ansatzes in Richtung Null einbezogen werden. Um CO2-Neutralität zu erreichen, ist es möglich, unvermeidbare Emissionen über den gesamten Lebenszyklus durch den Erwerb von Emissionsminderungszertifikaten auszugleichen. In diesem Zusammenhang lobte Guterres die Maßnahmen der UN-Arbeitsgruppe zur Entwicklung eines groß angelegten privaten Emissionsausgleichsprogramms. Er wollte jedoch auch die Bedeutung des Umdenkens als Faktor für den Erfolg des Übergangs betonen.

Umdenken als Schlüsselelement zum Klimaschutz!

Das Erreichen von CO2-Neutralität wird jedoch nicht ausreichen. Jetzt müssen Nationen, Unternehmen und Privatpersonen umdenken und gleichermaßen ihre Aktivitäten anpassen, um eine schnellere Rückkehr zum Gleichgewicht zu unterstützen. Jedes Jahr steigen die Kosten, die durch Naturkatastrophen entstehen. Für die erste Hälfte des Jahres 2020 schätzt das Swiss Re Institute die weltweiten wirtschaftlichen Verluste durch Naturkatastrophen und vom Menschen verursachte Katastrophen auf 75 Mrd. USD. Als Folge dieser Verluste setzen sich sehr viele große Finanzinstitutionen nun verstärkt für eine Ausrichtung an das Pariser Abkommen ein und fördern präventive Investitionen, die die Resilienz und Anpassung an den Klimawandel unterstützen.

Wie viele globale Unternehmen, darunter Dell, Patagonia und Ikea, hat sich auch Interface ehrgeizige Ziele gesetzt, um den Klimawandel zu bekämpfen. Im Rahmen der Mission Climate Take Back™ konzentriert sich Interface auf die Umkehrung der globalen Erwärmung und hat sich verpflichtet, bis 2040 ein CO2-negatives Unternehmen zu werden. Ehrgeizige Ziele müssen nicht beängstigend sein. Vor 27 Jahren hat Interface einen neuen Weg im Bereich der kommerziellen Bodenbeläge eingeschlagen und die Herstellungsprozesse verändert, um ein Produkt zu schaffen ohne das Klima negativ zu beeinträchtigen. Es ist möglich! Für sein Engagement im Bereich Klimaschutz wurde das Unternehmen kürzlich mit dem UN Award in der Kategorie „Carbon Neutral Now“ ausgezeichnet.

Einer der von Guterres erwähnten Entwicklungsansätze ist, die Abhängigkeit von Erdöl und damit unseren CO2-Fußabdruck zu verringern, indem wir natur- bzw. biobasierte Lösungen finden. Genau das ist die Ambition von Interface: Produkte anzubieten, die als Kohlenstoffsenke fungieren und die maßgeblich dazu beitragen, Erdöl als Rohstoff zu ersetzen. So sorgt beispielsweise die CQuestBio™ Rückenkonstruktion dafür, dass Teppichfliesen im Durchschnitt 92,8 % recycelte und nachwachsende Materialien enthalten.

Das Jahr 2021 könnte ein Schlüsseljahr für nachhaltiges Bauen werden, denn der World Green Building Council hat kürzlich angekündigt, dass es mit dem designierten Präsidenten der UN-Klimakonferenz COP26 und der Global Alliance for Buildings Construction des UNEP zusammenarbeitet, um während der COP26 einen Tag zu organisieren, der dem nachhaltigen Bauen gewidmet ist.

Diese Art von Initiative gibt Hoffnung, dass Theorie und Verpflichtungen im Jahr 2021 in dringendes Handeln umgesetzt werden.

 

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