Die Bedeutung der Inneneinrichtung für Lernumgebungen

Jede Bildungseinrichtung will das Beste aus ihren Schülern herausholen. Obwohl die Qualität des Lehrplans eine entscheidende Rolle spielt, ist sie nicht der einzige beeinflussende Faktor. Die Gestaltung der Lernumgebungen sollte nicht unterschätzt werden. Wie gestaltet man also ein positives Umfeld, in dem sich Schüler und Lehrer gleichermaßen wohl fühlen?

Das war die Schlüsselfrage bei der Gestaltung des modernisierten Campus der niederländischen Avans Fachhochschule in Den Bosch. Der Herzstück des Geländes ist Xplora, ein beeindruckender, offener Multimediaraum, in dem ca. 1.500 Studenten jeden Tag lernen, arbeiten und miteinander interagieren. Ernest Pieters von Rienks Architects leitete die Designarbeiten. Aber was genau macht diesen neuen Standort so inspirierend und förderlich für produktives Lernen?

Struktur und Aufteilung

„Wenn man ein Arbeitsumfeld für so viele verschiedene Nutzer schafft – in diesem Fall Studenten, Mitarbeiter und Besucher, muss man sich genau überlegen, wie man den verschiedenen Anforderungen gerecht werden kann. Wir haben uns daher für einen einfach zugänglichen Standort mit sehr viel Platz entschieden“, so Pieters. „Wir teilten Xplora in separate Bereiche auf, jeder mit einer eigenen Funktion. Der erste Bereich ist sehr belebt, dahinter kommt ein Bereich mit leisen Hintergrundgeräuschen und der letzte Bereich ist die Ruhezone. Dieser Übergang von laut zu leise gewährt den Studenten die Flexibilität, aus verschiedenen Arbeitsumfeldern zu wählen“.

Die Struktur von Xplora ähnelt einem Stadtzentrum. In einer europäischen Stadt wie Amsterdam oder Den Bosch ist der Innenstadtbereich eine Aneinanderreihung von Plätzen, Straßen und auffälligen Gebäuden, die den Besuchern der Stadt eine gewisse Struktur präsentieren. Das Stadtbild hilft den Menschen bei der Orientierung. Dieses Konzept wurde auf das Lern- und Arbeitsumfeld von Xplora übertragen, indem wir einfach zu erkennende Hauptstraßen, Plätze und Wahrzeichen geschaffen haben, die die Orientierung erleichtern.

Beispielsweise wurde ein offener Seecontainer mit Lernbereichen im Inneren auf eine der Etagen gestellt, der als Treffpunkt für Studenten und Mitarbeiter fungiert. Alle anderen Etagen haben ähnliche Wahrzeichen, wie zum Beispiel Pergolas, die ebenso als visuelle Merkpunkte dienen, mit deren Hilfe man sich besser zurechtfindet.

Anregung der Kreativität

Eine der größten Herausforderungen in Bezug auf das Design bestand darin sicherzustellen, dass Xplora intensiv genutzt wird. Die Studenten von heute haben jederzeit und überall Zugriff auf das Internet und halten täglich über eine Vielzahl von Geräten Kontakt zur Außenwelt, so dass sie dafür kein bestimmtes Lern- und Arbeitsumfeld aufsuchen müssen. Es war klar, dass Xplora sich lohnen und etwas bieten musste, dass man im häuslichen Umfeld nicht so problemlos findet, wenn wir eine häufige Nutzung sicherstellen wollten. „Xplora soll ein positiver Ort sein, der alle Sinne der Studenten stimuliert“, erklärt Pieters, „die Stimmung, die Atmosphäre, die Aussicht, die Inneneinrichtung, die funktionale Gestaltung und die Einrichtungen – alles muss zu einem positiven Gefühl beitragen. Und der Ort muss Interaktion ermöglichen, daher sind die Aufteilung und Struktur für das Design von Xplora so wichtig.

Bei den Pergolas finden zum Beispiel Interaktion und Anregung von Kreativität statt. Sie bieten Minibühnen, wo Studentengruppen zusammen arbeiten, Konzepte erarbeiten, Feedback und Ideen austauschen sowie sich gegenseitig ermutigen können. Ein tolles Beispiel für einen positiven Ort.

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