Sieben Mythen zum Thema Nachhaltigkeit

Mythos 1: Die Menge an CO2 in der Atmosphäre bleibt immer gleich.

Tatsächlich hat sich die Menge geändert. Menschliche Aktivitäten haben den Kohlenstoffkreislauf in den letzten Jahren gestört. Wir haben aber immer noch die Möglichkeit, dies zu ändern, indem wir Entscheidungen treffen, die unseren CO2-Fußabdruck reduzieren, natürliche Kohlenstoffsenken wie z.B. Wälder schützen und uns von fossilen Brennstoffen trennen. Die Zeit rennt jedoch. Der Weltklimarat sagt, dass 2030 der „point of no return“ sein wird, wenn wir jetzt keine Maßnahmen ergreifen.

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Mythos 2: CO2-Kompensationen reichen aus.

Hersteller sollten immer darauf achten, wie die CO2-Emissionen während des gesamten Produktlebenszyklus reduziert werden können. Der CO2-Ausgleich spielt dann eine Rolle, wenn dies verantwortungsbewusst erfolgt. Kompensationen sollten nur zur Bekämpfung von bisher unvermeidbaren Emissionen verwendet werden. Stellen Sie Ihren Lieferanten immer die Frage, wie sie den CO2-Fußabdruck ihrer Produkte verringern.

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Mythos 3: Nachhaltig zu sein, wirkt sich negativ auf die Gewinne eines Unternehmens aus.

Dies mag in der Vergangenheit der Fall gewesen sein, sieht heutzutage aber anders aus. Als Interface seine Nachhaltigkeitsreise antrat, ist unser Aktienkurs gefallen. Dies ebnete uns aber auch den Weg, sowohl eine nachhaltige Marke als auch Marktführer zu werden. Und damit sind wir nicht alleine. Im vergangenen Jahr berichtete Unilever, dass seine nachhaltigen Marken deutlich schneller wachsen als andere Bereiche des Unternehmens. Darüber hinaus ist Nachhaltigkeit zunehmend ein zentrales Anliegen von Anlegern.

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Mythos 4: Nur große Veränderungen machen einen echten Unterschied.

Im Englischen gibt es das Sprichwort „Große Eichen wachsen aus kleinen Eicheln“. Wir können alle einen Beitrag zur Bekämpfung der globalen Erwärmung leisten und auf den Klimawandel reagieren. Schauen Sie sich z.B. die Debatte um Kunststoffverpackungen an: Einzelpersonen haben Druck auf Supermärkte und die Hotellerie ausgeübt, sodass diese reagierten. Es gibt sowohl wirklich effektive gemeinschaftliche Aktionen wie bspw. ‚Surfers Against Sewage’s Plastic Free Communities‘ als auch individuelle Bewegungen, wie sie von den Umweltaktivisten Ella Daish, Lizzie Carr und Martin Dorey geführt werden.

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Mythos 5: Man muss sich zwischen Wohlbefinden und Nachhaltigkeit entscheiden.

Überhaupt nicht, warum sollten Sie nicht beides miteinander vereinen können? Wir streben danach, Räume zu schaffen, die inspirierend, produktiv und gut für den Planeten sind. Dazu stellen wir Produkte her, die nicht nur ästhetisch sind, sondern Menschen mit der Natur verbinden und die globale Erwärmung bekämpfen.

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Mythos 6: Baumaterialien sind immer CO2-Emittenten.

Es ist richtig, dass Gebäude und Baumaterialien mit der Erzeugung von CO2-Emissionen in Verbindung gebracht werden – unabhängig davon, ob diese Emissionen während ihrer Verwendung (Operational Carbon) oder ihrer Herstellung (Embodied Carbon) entstehen. Jedoch werden immer mehr Gebäude etnwickelt, die tatsächlich zur Emissionsreduzierung beitragen können: Brattørkaia in Trondheim (entworfen von Snohetta) produziert mehr als doppelt so viel Strom wie täglich verbraucht wird und liefert erneuerbare Energie für sich selbst, die umliegenden Gebäude sowie den elektrischen Transport.

Mythos 7: Wir können nur eine Sache nach der anderen angehen.

Wir brauchen einen systemischen Ansatz zur Umkehrung der globalen Erwärmung, d.h. wir müssen alle Bereiche von Lebensmitteln über Gebäude bis hin zu Transportmöglichkeiten berücksichtigen. Während Statistiken variieren, welches Gebiet den größten Schaden verursacht, ist es entscheidend die Zusammenhänge zu verstehen und zu wissen, bei welchen Aspekten Sie helfen können, um jetzt etwas zu verändern.

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