COP26 und die gebaute Umwelt

Der Klimawandel ist langfristig gesehen eine der größten Bedrohungen für unseren Planeten. In diesem Jahr hat unser Handeln einen besonderen Einfluss darauf.

Das vergangene Jahr war für uns alle sehr herausfordernd. Der Umgang mit COVID-19 und die Auswirkungen der Pandemie auf unsere Wirtschaft, unsere Gesellschaft und uns selbst brachten viele Herausforderungen mit sich. Trotz der Meldungen über eine vorübergehende Reduzierung der CO2-Emissionen im Jahr 2020 bleiben die Probleme, die die globale Erwärmung mit sich bringt, bestehen und sind dringlicher als je zuvor. Die World Meteorological Society hat kürzlich berichtet, dass die Kohlendioxidwerte weiterhin auf Rekordniveau ansteigen und dies mit der globalen Erwärmung zusammenhängt. Und die NASA bestätigte, dass 2020 gemeinsam mit 2016 das wärmste Jahr in der Geschichte ist.

climate conference 2021

COP26

In Nachhaltigkeitskreisen wird die 26. UN-Klimakonferenz (bekannt als COP26), die vom 1. bis zum 12. November 2021 in Glasgow stattfinden wird, sehnsüchtig erwartet. COP26 ist das Entscheidungsgremium der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), bei dem Staatsoberhäupter, Klimaexperten und Vermittler zusammen kommen, um koordinierte Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels zu vereinbaren.

Im Jahr 2015 war das Pariser Abkommen das Ergebnis der COP21 – ein rechtsverbindlicher internationaler Vertrag zum Klimawandel, der eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 °C festlegt und die Bemühungen zur Begrenzung auf 1,5 °C fortsetzt. Auf der COP26 sollen dieses Jahr Regierungen und Wissenschaftler über die Fortschritte berichten.

Was bedeutet das für die gebaute Umwelt?

Die Bau- und Gebäudeindustrie ist zusammen für 39 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Dies stellt enorme Auswirkungen, aber auch große Chancen für Planer, Hersteller, Bauunternehmer, Vermieter und Mieter dar, eine Schlüsselrolle bei der Umstellung des Planeten auf eine CO2-neutrale Zukunft zu spielen.

Hier sind einige Prognosen zu Inhalten der COP26 und was dies für die gebaute Umwelt bedeuten wird:

  • Basierend auf den Berichten des Weltklimarats und den Emissionsdaten der Mitgliedstaaten (bis zum Stichtermin in 2020) wird erwartet, dass wir bei der Emissionsreduzierung weit hinter dem liegen, was eigentlich notwendig ist. Hier wird es Aufrufe nach dringenderen und wirksameren Maßnahmen geben.
  • Im Vorfeld der COP26 werden sich viele Unternehmen zum Handeln verpflichten, über ihre Fortschritte berichten und sogar ihre Ambitionen in Bezug auf klimaneutrale und Netto-Null-Ziele erhöhen.
  • Es wird der Wunsch bestehen, die guten Absichten in die Tat umzusetzen, also den Worten Taten folgen zu lassen und Beispiele von Unternehmen zu sehen, die bereits heute Produkte liefern, die zu einer Netto-Null-Zukunft beitragen.
  • Der Schwerpunkt wird auf der Rolle der gebauten Umwelt bei einer grünen und inklusiven Wirtschaftsbelebung liegen, nachdem die britische Regierung, die bei der COP26 den Vorsitz übernehmen wird, auf die Lobbyarbeit des World Green Building Council, des UKGBC, C40 Cities, der We Mean Business Coalition sowie führender Interessenvertreter der Branche reagiert hat.

CO2 und die gebaute Umwelt

Schließlich wird sich für die Akteure im Bereich der gebauten Umwelt das Thema „Embodied Carbon“ bzw. graue Emissionen weiterentwickeln und zu einem Mainstream-Thema werden. Dadurch wird dies kein Schwachpunkt mehr für unsere Industrie sein. Zu lange waren graue Emissionen ein Schwachpunkt in der gebauten Umwelt, obwohl sie laut Architecture 2030 fast die Hälfte der gesamten CO2-Emissionen von Neubauten zwischen 2020 und 2050 ausmachen.

carbon emmissions

Auf verschiedenen Ebenen sehen wir bereits Anzeichen dafür: das Architects Climate Action Network im Vereinigten Königreich, das die Regulierung von grauen Emissionen fordert, der sogenannte „Whole Life Carbon“-Ansatz, der bereits wesentlicher Bestandteil neuer Vorschriften in den Niederlanden, Frankreich und Finnland ist sowie die Arbeit des World Green Building Councils an Advancing Net Zero. Was die Messung der grauen Emissionen angeht, so gibt es immer mehr Open-Source-Tools wie zum Beispiel EC3, den Embodied Carbon in Construction Calculator.

Ein lebensfähiges Klima schaffen

Als Hersteller sehen wir uns in der Verpflichtung unsere Kunden dabei zu unterstützen, ihren eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Alle unsere Teppichfliesen, LVT und nora Kautschuk-Bodenbeläge sind standardmäßig CO2-neutral, und in jüngster Zeit haben wir Pionierarbeit bei der Verarbeitung von CO2-negativen Materialien in unsere CQuest Rückenkonstruktion geleistet.

Der Weg zur COP26 – wichtige Termine für Ihren Terminkalender

  • Tag der Erde: 22. April
  • Erdüberlastungstag: voraussichtlich im Juli 2021
  • Tag der Umwelt: 5. Juni
  • Welttag der Ozeane: 8. Juni
  • Pre-COP: 30. September bis 2. Oktober
  • TED Countdown Summit: 12. Oktober
  • COP26: 1. bis 12. November

 

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