Die Korrelation zwischen Recyclingmaterial und dem CO2-Fußabdruck eines Produkts

Das Recyceln von Papier, Glas und Kunststoffen ist fester Bestandteil unseres Lebens – der Sinn dahinter leuchtet uns ein. Statt nachwachsende Rohstoffe wie Bäume zu fällen, zu transportieren und zu verarbeiten, um Papier oder Karton zu erhalten, werden Abfälle gesammelt und recycelt. Ebenso funktioniert das Recyceln von nicht-erneuerbaren Rohstoffen wie z.B. aus fossilen Quellen hergestellte Kunststoffe.

Doch was genau sind die Vorteile von Recycling, wie werden Emissionen eingespart?

Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts werden beispielsweise beim Kunststoffrecycling mehr als 50 % der Emissionen im Vergleich zur Verwendung von Neugranulat aus Rohöl eingespart. Recyclingkunststoffe tragen also signifikant zum Klimaschutz bei.

Um diesen Wert zu errechnen, wird eine Ökobilanz aufgestellt, die alle Emissionen von Rohstoffabbau bis zum Produktlebensende abbildet. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht nur klimaschädliche Emissionen durch den Einsatz von Recyclingkunststoffen im Vergleich zur Verwendung von Rohöl eingespart werden, sondern auch, dass der Verbrauch an Primärenergie je Tonne Regranulat (geschmolzener und granulierter Kunststoff ohne weitere Zusätze) um rund 21.000 kWh unter dem Vergleichswert liegt.

Das Potential zur Einsparung von Emissionen und somit zur Unterstützung der Klimaziele ist hoch. Oft geschieht dieser Prozess sogar ohne Qualitätseinbußen – wie im Falle von Nylon. Dieses strapazierfähige Material lässt sich immer wieder in den Kreislauf zurückführen und durch Regeneration zu einem Sekundärrohstoff verarbeiten, dem man seine vielen Leben nicht ansieht.

Genau diese Eigenschaften machen Nylon so interessant für Interface. Seit vielen Jahren unterstützen wir die Entwicklung von Nylon- bzw. Polyamid-Garnen, die nicht selten einen Recyclinganteil von 100 % haben.

Recycelt vs. recycelbar

Langfristig sinnvoll sind Produkte, die nicht nur aus Recyclingmaterial (oder anderen umweltschonenden z.B. biobasierten Stoffen) bestehen, sondern zudem auch am Lebensende recycelbar sind. Nur so kann ein geschlossener Kreislauf entstehen, der es der Wirtschaft ermöglicht, sich von nicht-erneuerbaren Rohstoffen abzunabeln.

Leider ist es jedoch noch die Regel, dass Recyclingstoffe sich in einer Abwärtsspirale befinden und nicht gleichwertig weiterverwendet werden. Stattdessen fallen sie entweder aus dem Recyclingkreislauf heraus oder verlieren aufgrund ihrer Beschaffenheit an Qualität, sodass beispielsweise immer neue, nicht recycelte Rohstoffe beigemischt werden müssen.

Der Einsatz von biobasiertem und recyceltem Material ist eine wichtige Komponente zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks unserer Teppichfliesen. Durchschnittlich sind 60 % der von Interface verwendeten Materialien in der Teppichfliesenproduktion recycelt oder biobasiert. Das Ergebnis: seit 1996 konnten wir den CO2-Fußabdruck unserer Bodenbeläge um 74 % reduzieren. Um diesen Wert zu erreichen, waren unzählige weitere Maßnahmen nötig, wie z.B. die Energieeffizienzsteigerung in Produktionsstätten, die Optimierung der eingesetzten Materialien sowie die Gewichtsreduktion der Teppichfliesen. Recyceltes Polyamid-Garn ist eine von vielen Etappen unserer Reise, die uns bei der Erreichung unseres Ziels, den nachfolgenden Generationen ein lebenswertes Klima zu hinterlassen, unterstützt.

Welchen Beitrag kann man leisten?

Um als Verbraucher*in nachhaltige Kaufentscheidungen treffen zu können und Emissionen zu vermeiden, müssen Unternehmen den ersten Schritt gehen und in die Entwicklung von Produkten investieren, die die Umwelt so wenig wie möglich belasten und in den Kreislauf zurückgeführt werden können.

Folgende Tipps können helfen, Recycling im Alltag zu unterstützen

  • Vermeidung von Verpackung: das beste Recycling ist das, was gar nicht erst notwendig ist. Vielleicht findet man im Supermarkt ein Produkt, das weniger oder gar nicht eingepackt ist.
  • Mülltrennung: manchmal ist es lästig z.B. das Altglas getrennt zu entsorgen. Aber ohne den Rücklauf durch den Konsumenten funktioniert Recycling nicht.
  • Verbundverpackungen: wenn man der Verpackung bereits ansieht, dass sie aus vielen Materialien besteht, die nicht trennbar sind, ist davon auszugehen, dass diese nicht gut oder gar nicht recycelbar ist – wie z.B. mit Aluminium- und Plastikfolie beschichtete Getränkekartons.

Wie erkenne ich nachhaltige Unternehmen und recycelbare Produkte?

Oft fällt es schwer, ökologisch sinnvolle von weniger sinnvollen Produkten zu unterscheiden und zu verstehen, ob ein Produkt recycelt werden kann. Beispielhaft haben wir einige Interface Produkte durch Cradle-to-Cradle zertifizieren lassen, einem Label, das unter anderem die Kreislauffähigkeit von Produkten bewertet. Das erreichte Level Gold ist eine Bestätigung unserer Bemühungen. Doch Nachhaltigkeit besteht nicht nur aus Labeln und Preisen.

Schauen Sie hinter die Kulissen, stellen Sie Fragen, seien Sie direkt.

 

 

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